Musik im BlutDie 4. überarbeitete Auflage wurde um über 50 Seiten ergänzt:
mehr Interpreten und Autoren, einheitliches und vergrößertes
Schriftbild, größere Fotos und aktualisierte Geburts-wie Sterbedaten!
Stand November 2011
Gast in der „Schatztruhe“ von Radio Paloma, März 2010!

Quelle:
www.radiopaloma.de, März 2010
Vorwort
Die DDR, an deren Ableben wir in diesem Jahr zum 20. Mal erinnert
werden, ist längst „Auferstanden aus Ruinen“… Die tollsten Sachen
werden ausgegraben – die DDR zum Lachen aber auch zum
Nachdenken. Film, Fernsehen und Hörfunk aber auch die Presse
machen es möglich. An ein „bisschen“ Glamour und Glanz möchte
dieses Lexikon erinnern.
Mochten sich die Westler in den 1950ern und 1960ern den Glanz
der milden Italien-Sonne herbei singen – der Osten tat`s auch. Denn
die DDR gab sich durchaus Mühe, ihren Bürgern Freude ins Haus
zu bringen. Es war nicht alles zappenduster im real-sozialistischen
Staat auf deutschem Boden. Dafür sorgten tolle Komponisten,
Schlagertexter, Arrangeure, Musiker und Interpreten. Aber auch
zahlreiche West-Stars, West-Rhythmen, West-Schlager. Letzteres
hatte mindestens zwei Nachteile: Erstens waren diese kaum zu
bezahlen (man brauchte Devisen), und zweitens stand alles Westliche
einer Auffassung von sozialistischer, eigenständiger Tanzmusik im
Wege. Dennoch waren sie da, kamen zu unterschiedlichsten Zeiten.
Das vorliegende „Lexikon – Schlager des Ostens“ geht grundsätzlich
nicht auf gesellschaftliche Ereignisse oder kulturpolitische
Forderungen der SED und der DDR-Regierung ein. Diesbezüglich
Bedeutsames steht in meinen drei Büchern „Schlagergeschichte(n)
des Ostens“ (aperçu-Verlag). So wie im Sport oder in der Mode, beim
Film oder beim Fußball verdient nicht alles auf dem Gebiet der DDRTanzmusik,
im tiefen See des Vergessens versenkt zu werden. Es
ist für das gesamtdeutsche Musikschaffen von enormer Wichtigkeit
und Bedeutung, Tanzmusikschaffende der DDR mit ihren Werken
und preisgekrönten Melodien in den gesamtdeutschen Schatz der
Erinnerung aufzunehmen.Bereits Mitte der 1950er begann mein
Interesse für den Deutschen Schlager, das sich bis zum Mauerbau auch
auf Veranstaltungen in ganz Berlin bezog. Dank meiner Mitarbeit im
Hörerkreis Musik beim Berliner Rundfunk und der damit verbundenen
Radio-Sendungen seit Ostern 1963 lernte ich zahlreiche Interpreten
aus Ost und West kennen, von denen ich viele nach der Wende
in meinen Schlagersendungen und auf diversen Veranstaltungen
erneut begrüßen durfte. Dennoch erhebe ich keinen Anspruch auf
Vollständigkeit der Angaben in diesem Lexikon. Grundsätzlich ist über
die Tanzmusik-Interpreten zu lesen, die in den Funk- und Fernseh-
Hit-Paraden zu hören und zu sehen waren, die bei AMIGA mehrere
Platten produzierten und auf den großen DDR-Showbühnen Präsenz
zeigten.
Meine Quellen sind Veröffentlichungen, die mir vom Lied der Zeit-
Verlag (Roba-Musikverlage Hamburg) zur Verfügung gestellt wurden
sowie Gespräche, die ich mit Interpreten und Autoren auch im Rahmen
meiner Radio-Sendungen und hier besonders „Kofferradio“ führte. Ich
danke den Schlagerfreunden Anke und Jutta Sommer aus Wolfen,
die zahlreiche Recherchen über Google und Wikipedia im Internet
unternahmen. Die veröffentlichten Fotos stellten mir Interpreten, der
Pressefotograf Manfred Gößinger und der Journalist Michael-Peter
Jachmann zur Verfügung oder kommen aus meinem Archiv. Ich danke
Klaus Röllig vom aperçu-Verlag-Berlin für die Foto-Collagen.
Die GEMA mit ihren Stiftungen sah keine Möglichkeit einer finanziellen
Unterstützung. Auf der Suche nach Sponsoren stieß ich auf den
Schlagerfreund Matthias Kahlert, der die Herausgabe des „Lexikon –
Schlager des Ostens“ ermöglichte.
Siegfried Trzoß